Statement der ASSITEJ Austria zum Streichen der Mehrjahresförderungen im Kulturbereich in Wien

Statement der ASSITEJ Austria zum Streichen der Mehrjahresförderungen im Kulturbereich in Wien

Wir sehen die geplante Umstellung der Wiener Kulturförderung auf Einjahresverträge mit großer Sorge. Gerade für die freie Szene und insbesondere für die darstellenden Künste für junges Publikum sind verlässliche Rahmenbedingungen eine zentrale Voraussetzung für qualitätsvolle, verantwortungsvolle und nachhaltige Arbeit.

Schon jetzt ist es für freie Gruppen oft schwierig, langfristige Förderungen zu erhalten und als stabile Partner:innen auf Augenhöhe wahrgenommen zu werden – sowohl von öffentlichen Stellen als auch im internationalen Kontext. Mehrjährige Förderzusagen sind jedoch entscheidend, um Produktionen professionell zu planen, faire Arbeitsbedingungen zu ermöglichen, Kooperationen aufzubauen und langfristige Beziehungen zu Schulen, Kindergärten, Kulturinstitutionen und internationalen Partner:innen zu entwickeln.

Eine stärkere Orientierung an Einjahresverträgen würde diese Situation weiter verschärfen. Sie erhöht die Unsicherheit für Künstler:innen, Gruppen und Vereine und schwächt ihre Möglichkeit, langfristig zu arbeiten, international konkurrenzfähig zu bleiben und nachhaltige Strukturen aufzubauen. Besonders betroffen sind jene Bereiche, die auf Vertrauen, Kontinuität und sorgfältige Entwicklungsprozesse angewiesen sind: Theater, Tanz und Performance für Kinder und Jugendliche, Vermittlung, partizipative Formate und internationale Kooperationen.

Kunst für junges Publikum braucht Zeit, Verlässlichkeit und Planungssicherheit. Sie ist ein wesentlicher Bestandteil kultureller Teilhabe und darf nicht in kurzfristige Logiken gedrängt werden.

Der Vorstand der ASSITEJ Austria & die Geschäftsleitung