OTAKU

 

Guerellia Gorillas und DSCHUNGEL WIEN / Wien / Sprechtheater

REGIE: Christian Strasser / BÜHNE: Christian Strasser / REGIEASSISTENZ: Gernot Kauer / LICHT: Annette Dell’Aere, Mike Lugauer / DARSTELLERiNNEN: Sönke Schnitzer, Sebastian Pass und Marion Reiser

„Ein Blick in die Welt beweißt, dass HORROR nichts anderes ist als Realität“
Alfred Hitchcock

Der Begriff Otaku bezeichnet in Japan extreme Fans von Mangas, oder Horrorfilmen und wird ähnlich dem englischen Nerd gebraucht.

Freddy und Michael sind solche Otaku. Sie lieben Horrorfilme, nicht nur weil sie wie zwei der größten Serienslasher der Filmgeschichte heißen, sondern weil sie mit diesen Filmen aufgewachsen sind. Sie kennen hunderte Filme auswendig und reden nur noch in Zitaten. Seit einiger Zeit drehen sie selbst Filme. Aber irgendwann haben sie genug von „so-tun-als-ob“, denn Realität ist das einzige Abenteuer, das es noch gibt. Also entführen sie Laurie, die schon aufgrund ihres Namens die perfekte „Scream Queen“ ist. Sie wollen sie vor laufender Kamera umbringen, denn Snuff ist das einzige, was wirklich real ist. Ein mörderisches Katz und Maus Spiel beginnt.

Holger Schober taucht nach seinem Erfolgsstück „Clyde und Bonnie“ (STELLA Preis für die herausragendste Jugendtheaterproduktion 2008) wieder tief ein in die Welt der B-Movies, Slasherfilme und kruden Horrorfilme. Basierend auf einer wahren Geschichte erzählt er von einer Generation, die vor dem Fernseher und dem Videorecorder aufgewachsen ist und ihre „Eltern“ jetzt stolz machen möchte. Dabei bedient er sich den Regeln des Genres, nicht ohne die Regeln zu brechen. Wie auch bei seinem mehrfach preisgekrönten Stück „Hikikomori“ leiht er sich den Titel aus dem japanischen, erzählt aber eine Geschichte, die hier und heute spielt, mitten unter uns. Eine Geschichte über emotionale Verwahrlosung, Erziehung und ihre Folgen, wahre Freundschaft und den schreienden Wunsch nach Leben, wobei der schwarze Humor auch nicht zu kurz kommt. Ein Stück für Horrorfans und Horrorhasser und solche die eines von beiden werden wollen.

Aus der Begründung der Jury: 

Freddy und Michael sind Otaku. Sie lieben Horrorfilme, kennen hunderte solcher Filme auswendig. Doch irgendwann wird ihnen die Welt des Films zu eng, sie wollen in der Realität das Abenteuer suchen, entführen Laurie und wollen sie vor laufender Kamera umbringen. Keine leichte Aufgabe fürs Theater, möchte man meinen, eher schon für den Film. Aber die Inszenierung bringt das Kino auf die Bühne. Nicht etwa durch gewaltige Ausstattung oder technische Spielereien – das alles ist extrem reduziert – nein, durch schnelle Schnitte in den Szenen, Rückblenden und hohes Sprechtempo. Dass dabei auch eine gehörige Portion schwarzer Humor im Spiel ist tut der Inszenierung gut.

www.guerillagorillas.com

DSCHUNGEL WIEN
Mittwoch | 28. September 2011 | 20:00