EIN KIND UNSERER ZEIT

 

Vorstadttheater Graz / Steiermark / Monodrama / 15+

REGIE, CHOREOGRAFIE, BÜHNE, KOSTÜME, MUSIK, LICHT, DRAMATURGIE: Eduard Hauswirth / DARSTELLER: Matthias Ohner

Die Inszenierung ist ein Erzähltheater auf engstem Raumund folgt dem Motto „Empathie mit dem Nichtdenken“.Der Zugang nimmt das Faszinosum des Militärs ernst.Ausgehend von den Werbeauftritten von Verbindungsoffizieren in Klassen bei denen Rekruten fürdas Bundesheer gefunden werden sollen, entwickelt dasVorstadttheater eine Spielform für den Text von Horváth.Es geht um die Verbindung von Faszination, Stärke, Waffe,Sieger, Ideologie und die gegenüberliegenden ElementeSelbstwert, Selbstbestimmtheit und politisches Bewusstsein.Warum z.B. sind die Rechten heute so einnehmend fürviele junge Leute? In diesem Sinn versteht sich dieses Theater gleichermaßen dem Autor und seiner literarischenQualität als auch seiner politischen Erkennbarkeitverpflichtet. Horvath würden heute wahrscheinlich viele alseinen „linken Chaoten“ oder Weltverbesserer einstufen.Wahrscheinlich seine Romanfigur auch.Das Vorstadttheater kommt in ihre Schule, erzählt dieGeschichte des Romans mithilfe weniger Requisiten aufengstem Raum.

Aus der Begründung der Jury:

Ein junger Mann in Bundesheeruniform kommt ins Klassenzimmer und gibt vor junge Menschen fürs Militär anwerben zu wollen, was ihm anfangs sogar abgenommen wird. Mehr und mehr verstrickt er sich dabei in Erzählungen seines Großvaters über das Grauen des Krieges und landet schließlich mitten in Horwaths letztem Roman. Das alles geschieht derart unprätentiös und echt, dass man nie das Gefühl hat einem Theaterstück beizuwohnen. Ein Tisch, eine Zigarettenschachtel, eine Stimme vom Handy – mehr braucht der Schauspieler Mathias Ohner nicht um sein Publikum über eine Stunde lang zu fesseln.

Premiere: 21. Mai 2010

www.vorstadttheater.wordpress.com

Schule Krems
Donnerstag | 29. September 2011 | 10:00