Jan 152017
 

Frische Tinte

von Agnes Zenker

Am Samstag, 14. Jänner hat in Kooperation mit dem Jungen Volkstheater das Kickoff der Masterclass: Autor_innen im Volkstheater Wien stattgefunden. Die Masterclass: Autor_innen ist eine Initiative der ASSITEJ Austria zur Förderung von Nachwuchsautor_innen, die für das Theater für junges Publikum schreiben. Im Rahmen der Veranstaltung wurden jene drei Autorinnen und deren Textentwürfe bekannt gegeben, die aus den Einreichungen zur Ausschreibung „Utopische Formen des Zusammenlebens“ ausgewählt wurden.

Der Tag des Kickoffs begann vormittags mit Workshops zu „Dramatischem Schreiben“ unter der Leitung der Autorin Lisa Sommerfeldt und zu „Stückentwicklung“, geleitet durch die Leiterin des Jungen Volkstheaters Constance Cauers. Teil nahmen junge Schreibende, Studierende, Theaterpädagog_innen, Regisseur_innen und andere Interessierte. In vier intensiven Stunden wurden hier mitgebrachte dramatische Szenen in verteilten Rollen gelesen und analysiert, dort Methoden der Themenfindung, Ideensammlung, Formfindung etc. besprochen und probiert.

Nachmittags versammelten sich am Schreiben für junges Publikum Interessierte, Schreibende und Fachpublikum in der Roten Bar des Volkstheaters, wo der zentrale Teil der Veranstaltung mit einer Podiumsdiskussion begann. Als Diskutierende am Podium waren Brigitte Korn-Wimmer vom Theaterstückverlag München, Jennifer Maria Bischoff, Dramaturgin des Jungen Theaters Linz, Odette Bereska, die international in verschiedenen Kontexten tätig ist sowie die Autorin Lisa Sommerfeldt zu Gast (Moderation: Julia Engelmayer). Aus den unterschiedlichen Blickwinkeln ihrer Fachbereiche beleuchteten sie die spezifischen Herausforderungen, mit denen Autor_innen, die für junges Publikum schreiben, konfrontiert sind, sowie die aktuelle Lage des Schreibens für junges Publikum. Hier reichten die Themenfelder von der Frage nach inhaltlichen und formalen Unterschieden zwischen Theatertexten für erwachsenes und für junges Publikum, der Wahl des Sprachstils, über unterschiedliche Werdegänge von Autor_innen (Ausbildungen, Förderprogramme,…) bis hin zur Spielplangestaltung an Theaterhäusern, der Rolle von Theaterverlagen und Erfahrungen aus der Praxis des Schreibens. Publikumsmeldungen gingen u.a. auf die Herausforderungen der Finanzierung von Auftragsarbeiten v.a. in der freien Szene und das Verhältnis zwischen Autor_innentheater und Stückentwicklungen ein.