Sep 282015
 

Vortrag: Herausforderungen und Potentiale der Kunstvermittlung

Eine Initiative von DSCHUNGEL WIEN in Kooperation mit ASSITEJ Austria

Auch in der Saison 2015/16 wollen wir unseren Dialog über Projekte, Begriffe, Strukturen und Methoden rund um das Thema Kunstvermittlung im DSCHUNGEL WIEN weiterführen. Wir freuen uns, dass wir mit einem spannenden Vortrag eröffnen werden.

Vortrag: Im Zwischenraum des gemeinsamen Handelns

Herausforderungen und Potentiale der Kunstvermittlung

Vortragende: Nora Sternfeld (Kunstvermittlerin & Kuratorin, Professorin für Curating and Mediating Art)

Zum Inhalt:

In den letzten Jahren wurden Ausstellungen zunehmend als Handlungsräume und Kontaktzonen vorgestellt. Mary Louise Pratt und James Clifford beschreiben mit dem Begriff der Kontaktzone gesellschaftliche Räume, in denen unterschiedliche soziale und kulturelle Positionen aufeinandertreffen und miteinander alltäglich – mehr oder weniger konfliktuell – auskommen müssen und verhandelt werden. Auch oder gerade weil dies oft zwar thematisiert aber nur selten eingelöst wird, stelle ich in meinem Beitrag die Frage, wie Kunstvermittlung als Versammlung und Auseinandersetzung verstanden werden kann. Anhand von Beispielen von Projekten des Büro trafo.K stelle ich Ansätze, Strategien und Fallen an der Schnittstelle von Wissensproduktion und Bildung vor und zur Diskussion.

Wie kann eine Kunstvermittlung in einer solchen Kontaktzone aussehen? Wie kann sie die bestehenden Verhältnisse – ihre Ausschlüsse und neoliberalen Anrufungen – nicht nur immer weiterführen, sondern in eine radikaldemokratische Auseinandersetzung darüber führen, warum die Verhältnisse so sind, wie sie sind, und dass es zu diesen auch Alternativen gibt, die sich niemand alleine hätte vorstellen können …

Wie lassen sich Kunstvermittlungsprojekte als geteilte Räume denken?

Welche performativen Selbstwidersprüche begegnen uns zwischen (Antrags-)Rhetorik und Realität? Welche sozialen Ausschlüsse und welche paternalistische Fallen bestimmen die Kunstvermittlung? Welche Bündnisse und Allianzen können wir schaffen, um Kunst-, Kultur- und Medienarbeit inhaltlich und strukturell zu verändern?

Wie können wir Bildung, Kultur und Gesellschaft aus der Perspektive der Migrationsgesellschaft neu denken?

Welche Rolle können künstlerische Strategien dabei spielen? Und wie können Lehr- und Lernformate neue Reziprozitäten und andere Sichtweisen auf Geschichte, Stadt und Sprache eröffnen?

Nora Sternfeld, Kunstvermittlerin und Kuratorin ist Professorin für Curating and Mediating Art an der Aalto University in Helsinki, Mitbegründerin und Vorstandsmitglied des Wiener Büro trafo. K, das an Forschungs- und Vermittlungsprojekten an der Schnittstelle von Bildung, Kunst und kritischer Wissensproduktion arbeitet. Weiters ist sie im Leitungstema des /ecm – educating, curating, managing – Masterlehrgang für Ausstellungstheorie und –praxis an der Universität für angewandte Kunst Wien sowie im Kernteam des Netzwerks schnittpunkt. ausstellungstheorie & praxis. Darüber hinaus ist sie Teil von Freethought – eine Plattform für Forschung, Bildung und Produktion (mit Irit Rogoff, Stefano Harney, Adrian Heathfield, Mao Mollona and Louis Moreno). In diesem Zusammenhang ist sie eine der Kurator_innen der Bergen Assembly 2016.

Freier Eintritt!

Di. 13. Okt. um 19:30 im DSCHUNGEL WIEN

Um Anmeldung unter j.perschon@nulldschungelwien.at wird gebeten.

Der JOUR FIXE: Kunstvermittlung findet alle 2 Monate immer am zweiten Dienstag im Monat im DSCHUNGEL WIEN statt.

Folgetermine:

Di. 15. Dez. 19:00

Di. 12. Jän. 19:00