Dez 152014
 

Ein Gespräch mit Myrto Dimitriadou, STELLA14-Sonderpreisträgerin und Leiterin des Toihaus Theaters in Salzburg.

Frau Dimitriadou, im Dezember feiert das Toihaus Theater sein 30-jähriges Jubiläum. Wieviel hat sich in diesen 30 Jahren an Ihrem Theater verändert, was ist gleichgeblieben?

Unverändert ist die Neugierde, die Risikobereitschaft, die Verschränkung von Darstellung, Tanz, Musik und Medien, die gleichwertige parallele Entwicklung von Abend- und Kinderproduktionen, die Kreation von eigenen Projekten. Die künstlerische Arbeit ist reicher geworden, vielfältiger, viel mutiger als sie es vor 30 Jahren war, entschiedener, sensibler und leiser in dem Ausdruck, eigenwilliger.

Wird die Suche nach neuen Formen in der darstellenden Kunst mit zunehmender – und in Ihrem Fall jahrzehntelanger – Erfahrung einfacher oder schwieriger?

Es wird weder einfacher noch schwieriger. Es ist ein Weg, der immer weiter geht.  Künstler_innen, die brennen, die etwas zu sagen haben – mit Biss -,  machen diesen Weg zu einem besonderen Ereignis.

Was macht die Bewahrung und Förderung darstellender Kunst für Kinder und Jugendliche in Ihren Augen so wichtig?

Solange die  Institution Schule für die Kunst und Kulturvermittlung für junge Menschen verantwortlich ist, ist es absolut notwendig, die schulunabhängige darstellende aber auch sonstige Kunst für Kinder und Jugendliche zu bewahren und zu fördern. Die Künstlergruppe im Toihaus Theater träumt allerdings davon, dass Kinder und Jugendliche im öffentlichen kulturellen und natürlich auch sonstigen gesellschaftlichen Leben mit ihren Bezugspersonen teilnehmen und es keine Trennung zwischen Kinder- Jugend- und Erwachsenen-Kunst gibt. Klassik und Performance, Tanz und Installation, abstrakt und realistisch, Hochzeit und Begräbnis. Kurz gesagt: dabei sein bei Liebe, Tod und Teufel.

Myrto Dimitriadou, geboren in Griechenland, Tänzerin und Schauspielerin, lebt und arbeitet in Salzburg als künstlerische Leiterin des Toihaus Theater Salzburg, das sie 1984  mitbegründet hat. Bis zum Gründungszeitpunkt hatte sie zahlreiche Engagements als Schauspielerin, Regisseurin und Lehrbeauftragte in Österreich und Deutschland, entwickelte Theaterprojekte, Tanz- und Musikperformances. Tanz, Musik und Bewegung sind essentiell für ihre künstlerische Arbeit. Sie entwickelte im Toihaus Theater ihre eigene theatralische Richtung – sowohl thematisch als auch ästhetisch. Eine bildhafte Kombination aus Tanz, Musik, Sprache und Bewegung zeichnet ihre zahlreichen Performances und Inszenierungen aus, die zu internationalen Festivals eingeladen und vielfach prämiert wurden. Myrto Dimitriadou ist Gründungsmitglied des Dachverbands der Salzburger Kulturstätten und der ASSITEJ Austria. 2006 wurde ihr von der Stadt Salzburg das silberne Siegel der Stadt für ihre künstlerischen Verdienste verliehen, 2014 der STELLA-Sonderpreis des Vorstands der ASSITEJ Austria.