Mrz 242014
 
Eine Veranstaltung von DSCHUNGEL WIEN & ASSITEJ Austria
Bericht aus aktuellen Projekten des Forschungstheaters
Sibylle Peters (FUNDUS THEATER Hamburg)
Mit Kindern zu forschen, heißt täglich zu fragen, wie wir uns die Welt eigentlich wünschen, das Unmögliche zu proben und das Größte stets mit dem Kleinsten in Verbindung zu bringen. Im Theater zu forschen, heißt in allen Sprachen zu forschen: mit dem Körper, mit dem Teleskop, in Schönschrift und mit der Kamera auf der Straße. Und zwar so lange, bis wir rauskriegen, wie sich die Grenze zwischen Realität und Fiktion wieder ein kleines bisschen verschieben lässt. Das Forschungstheater im Hamburger FUNDUS THEATER ist ein Ort, an dem Kinder, Künstler_innen und Wissenschaftler_innen gemeinsam forschen, an Fragen wie: Was ist das gute Leben und wie können wir es messen? Kann man Geld eigentlich auch selber machen? Haben echte Piraten auch Augenklappen? Kann man Wunder suchen gehen? …

Wie bereits 2013 laden der DSCHUNGEL WIEN und die ASSITEJ Austria auch 2014 erneut einmal monatlich zwischen Februar und Mai im Rahmen der Dialogreihe „Was  ist Kunstvermittlung“ zum gemeinsamen Nachdenken über Vermittlungsbegriffe ein.

Was meinen wir, wenn wir über Vermittlung sprechen? Die Reihe mit ihren unterschiedlichen Formaten und ReferentInnen soll AkteurInnen, die sich mit der Praxis der (Kunst-)Vermittlung auseinandersetzen, als Anregung dienen, gemeinsam über Begriffsdefinitionen nachzudenken. Mit der Veranstaltungsreihe wird ein kollektives Denken über ästhetische und methodische Begrifflichkeiten, Prozessstrukturen, Werkbegriffe, Institutionen sowie die daran beteiligten AkteurInnen in Gang gesetzt. Ziel ist die Schaffung einer begrifflichen Basis zum Zweck des kollektiven Denkens, Sprechens und Handelns. In der Aktionsreihe sollen keine abgeschlossenen Ideen oder Dogmen formuliert werden, sondern Gedanken, die einladen, weiterzudenken. Wir wollen  Netzwerke stricken und Strukturbildung anregen.

Um ein weites Feld des Denkens über Vermittlung zu eröffnen, haben wir KollegInnen aus Theorie und Praxis eingeladen, zu unterschiedlichen Themen und Fragestellungen innerhalb des Diskurses der Vermittlung und darüber hinaus zu diskutieren und zu arbeiten.  Diese Stellungnahmen sollen als polyvokale Standpunkte den Diskurs über Kunstvermittlung bereichern.

31. März 2014, 18:00 Uhr im DSCHUNGEL WIEN, Museumsquartier, 1070 Wien. Eintritt kostenlos! Um Anmeldung unter k.kroesche@nullassitej.at wird gebeten.

18:00 Uhr   Vortrag von Dr. Sibylle Peters (FUNDUS THEATER Hamburg)

18:30 Uhr   Podiumsdiskussion mit Dr. Sibylle Peters (FUNDUS THEATER Hamburg), Dr. Michael Wimmer (educult), Yosi Wanunu (toxic dreams, Wien) u.a.

Zu den Personen:

Dr. Sibylle Peters / FUNDUS THEATER Hamburg
Sibylle Peters studierte Literaturwissenschaft und Philosophie in Hamburg und ist seit 1997 in Forschung und Lehre an den Universitäten in Hamburg, München, Wales, Basel und Berlin (FU) tätig. Sie leitet das Forschungstheater-Programm im FUNDUS THEATER Hamburg. Als Performerin und Regisseurin hat sie zahlreiche Projekte realisiert – u.a. mit der geheimagentur. Im Graduiertenkolleg „Versammlung und Teilhabe“ ist sie Leiterin des Teilbereichs „Kulturelle Bildung und Forschung“.

Dr. Michael Wimmer / educult
Als langjähriger Leiter des Österreichischen Kulturservice (ÖKS), als Musikerzieher und Politikwissenschafter bringt Michael Wimmer umfassende Erfahrungen in die Zusammenarbeit von Kunst, Kultur und Bildung ein. Er ist Dozent an der Universität für angewandte Kunst Wien sowie Lehrbeauftragter zu kulturpolitischen Themen am Institut für Theater-, Film- und Medienwissenschaften der Universität Wien und seit März 2007 Mitglied der Expertenkommission zur Neuen Mittelschule. Auf dem internationalen Parkett ist Michael Wimmer als versierter Berater des Europarats, der UNESCO und der Europäischen Kommission in kultur- und bildungspolitischen Fragen aktiv. Darüber hinaus ist er Mitglied des wissenschaftlichen Beirats der Internationalen Konferenz für Kulturpolitikforschung (iccpr).

Yosi Wanunu / toxic dreams, Wien
Yosi Wanunu ist Regisseur, studierte Kunstgeschichte, Theater und Film in Israel, Europa und den USA. Vor seinem Umzug nach Wien im Jahr 1997 lebte und arbeitete er acht Jahre lang in NYC, u.a. im BCBC, im Ohio Theatre, La Mama ETC, im Here und im Ontological-Hysteric Theatre von Richard Foreman. Er ist Mitbegründer und künstlerischer Leiter des Labels toxic dreams, mit dem er seit 1998 mehr als dreißig Eigenproduktionen realisierte. Im Rahmen des aktuellen Arbeitszyklus über Politik und Theater präsentierte er zuletzt die Arbeiten „The Art of War“, „Toxic Davos“ und „The 100 % Environmentally Friendly Show“. Er arbeitet zudem mit anderen freien Gruppen und PerformerInnen in Europa.