Apr 302013
 

Liebe Claudia, beim nächsten Termin der Reihe „Was ist Kunstvermittlung?“ beschäftigen wir uns mit bildender Kunst und dem Museum bzw. Museumspädagogik. Dankenswerterweise dürfen wir bei Euch im mumok zu Gast sein. Was erwartet uns dieses Mal?

Ich freue mich sehr, dass Ihr unsere Gäste seid! Rahel Puffert (Universität Oldenburg), Nana Lüth (Kunstvermittlerin aus Berlin und Zürich) und Rolf Laven (Dozent an der Pädagogischen Hochschule Wien) sind spannende PodiumsdiskutantInnen, die interessante Positionen zum Thema Kunstvermittlung vertreten. Ich freue mich auf eine rege Diskussion – auch mit dem Publikum!

Bei unseren Vorgesprächen sind wir auf ein paar spannende Themenfelder gestoßen. Vielleicht kannst Du noch einmal kurz skizzieren, welche Diskurse im Kontext des Museums und der bildenden Kunst aktuell geführt werden? Was erscheint Dir vor allem persönlich relevant?

Wenn wir von Kunstvermittlung sprechen gilt es einmal zu definieren, was unter Kunstvermittlung verstanden wird. Dies vor allem, um der Frage nachzugehen, was die allseits geforderte aber auch gefürchtete „kritische“ Kunstvermittlung eigentlich ist und wie sie sich mit institutioneller Kunstvermittlung an Museen und Ausstellungshäusern verträgt. Aber wer stellt diese Forderung nach kritischer Vermittlungsarbeit eigentlich und welche Positionen nehmen dabei PraktikerInnen und WissenschaftlerInnen ein? Mich persönlich interessiert auch besonders wie sich die Kunstvermittlung zukünftig entwickeln wird. Welche Anforderungen werden heute und zukünftig von anderen an die Kunstvermittlung gestellt und welche stellen wir uns selbst? Das Museum Moderner Kunst wurde in den 1990er Jahren von einem museumspädagogischen Dienst der sich „StörDienst“ nannte  betreut, heute ist der Bereich Kunstvermittlung Stabstelle. Der Kunstvermittlung geht’s gut, oder?

Im Rahmen des letzten Termins zum Thema „Community Work“ stand sehr stark die Frage im Vordergrund, ob man den Auftrag und das Anliegen hat zu einem Kunstwerk – einer Theateraufführung, einem Gemälde – hin zu vermitteln oder ob man – wie es bei den vorgestellten Institutionen der Fall war – selbst Projekte erarbeitet, gar letztendlich Kunst produziert, um damit in einem breiten Sinne zu kreativ zu „vermitteln“. Wie stellt sich die Situation aus Deiner Sicht im Museum und konkret im mumok dar? 

Im Museum stellt sich immer wieder die Frage inwieweit Themen der Ausstellung oder/und einzelne Objekte der Ausstellung im Vordergrund der Vermittlung bzw. dem sogenannten Vermittlungsauftrag stehen. Am mumok entscheiden dies jeweils die BesucherInnen und wir KunstvermittlerInnen. Viele unserer Projekte sind sicherlich kunstnah, aber erheben nicht den Anspruch Kunst zu sein.

Von 2000 bis 2007 war Claudia Ehgartner mit dem Aufbau und der Leitung der Abteilung für Kunstvermittlung an der Kunsthalle Wien betraut. 2002-2006 war sie Mitglied des Kernteams des Universitätslehrgangs »ecm – exhibition and cultural communication management« an der Universität für angewandte Kunst Wien. Seit 2007 ist sie in der Abteilung für Kunstvermittlung und Besucherservice am mumok Museum moderner Kunst Stiftung Ludwig Wien beschäftigt, wo sie seit 2011 den Bereich Kinder, Jugend und Schulen leitet.