Mrz 192013
 

Im Gespräch mit Meike Fechner über den Welttag, Musiktheater und die Arbeit des Kinder- und Jugendtheaterzentrums 2013.

Liebe Meike, der Welttag des Theaters für junges Publikum findet dieses Jahr zum ersten Mal als Kooperation der deutschsprachigen Länder statt. Was passiert in der Bundesrepublik am 20. März?

In Deutschland finden dezentrale Aktionen jeweils vor Ort statt. Viele Theater machen ihr Publikum mit der Welttagspostkarte, Ankündigungen in ihren Spielplänen und speziellen Angeboten auf diesen besonderen Tag aufmerksam. Es gibt Workshops oder Theaterführungen, die den normalen Spielbetrieb begleiten.
Der Welttag des Theaters für junges Publikum ist eine sinnvolle Ergänzung zum Weltkindertag im September und – vor allem – zum Welttheatertag am 27. März, den viele Häuser ebenfalls in besonderer Weise gestalten. Immer da, wo Theater für junges Publikum gespielt wird, steht es für uns auch im Mittelpunkt! Der Welttag ist international – daher freue ich mich so über unser gemeinsames Engagement in diesem Jahr – und ein schöner Anlass, die öffentliche Aufmerksamkeit auf Theater zu lenken, das ganz nah an seinem Publikum, am Alltag und an der Gesellschaft insgesamt ist, ohne dabei seinen künstlerischen Anspruch zur Disposition zu stellen.

Auch im Rahmen des ASSITEJ International Meetings von 21.-29. Juni im Rahmen von SCHÄXPIR werden die ASSITEJ Zentren aus Deutschland, Österreich, Luxemburg, Liechtenstein und der Schweiz ein zweitägiges Symposium zum deutschsprachigen Musiktheater präsentieren. In Deutschland gibt es eine intensive Auseinandersetzung mit diesem Thema durch die AG Musiktheater. Was kannst Du zur Aufgabe und Arbeit dieser AG sagen?

Die AG Musiktheater für Kinder und Jugendliche in der ASSITEJ hat es geschafft, die Impulse und das Interesse am Austausch und an der Weiterentwicklung des Feldes aus dem Mannheimer Symposium zum zeitgenössischen Musiktheater für Kinder im November 2009 in eine kontinuierliche Arbeit zu transportieren. Die AG funktioniert als echte Arbeitsgemeinschaft. Ihre Mitglieder finden die Themen, konzipieren die Treffen, entdecken Impulsgeber und laden an ihre Häuser ein, wo sie ihre Inszenierungen und ihre Produktionsweisen zur Diskussion stellen. Das Engagement von so vielen Interessierten – ca. 80 Theatermacher, Verleger, Komponisten, Musiktheaterpädagogen usw. – ist toll. Die Aufgaben der AG haben wir – gemeinsam – definiert und wir befragen sie – ebenfalls gemeinsam – immer wieder neu. Noch gehen uns die Themen nicht aus! Am 15. und 16. März 2013 beschäftigen wir uns an der Deutschen Oper Berlin mit partizipativen Projekten. Es geht dabei nicht nur um Vernetzung und fachlichen Austausch, sondern auch um die kulturpolitische Bedeutung des Themas und öffentliche Aufmerksamkeit dafür. Die Resonanz ist groß, die Potentiale sind riesig und als vernetzte Akteure können wir – dafür steht ja die ASSITEJ – mehr bewirken.

Welchen Themen widmet sich die ASSITEJ Deutschland bzw. das Kinder- und Jugendtheaterzentrum 2013?

2013 stehen mehrere Themen im Vordergrund unserer Arbeit. ASSITEJ und Kinder- und Jugendtheaterzentrum sind mitten in den Vorbereitungen für „Augenblick mal! 2013“, das Festival des Theaters für junges Publikum, vom 23. bis 28. April 2013. Die Auswahl der Inszenierungen, Gespräche und Rahmenprogramm fragen nach der Zukunft(sfähigkeit) des Kinder- und Jugendtheaters. Wir verleihen den ASSITEJ Preis und die ASSITEJ Veranstalterpreise und laden alle herzlich zur ASSITEJ Gala am 25. April ein.

Darüber hinaus beschäftigen wir uns 2013 und auch in den nächsten Jahren mit dem Förderprogramm „Kultur macht stark. Bündnisse für Bildung“ des Bundesministeriums für Bildung und Forschung. Die ASSITEJ erhält für ihr Konzept „Wege ins Theater! Theaterscouts im Kinder- und Jugendtheater“ voraussichtlich 3 Millionen Euro für die Jahre 2013-2017. Dies ist eine große Chance, Theater für bildungsbenachteiligte Kinder und Jugendliche zugänglich zu machen und für uns als Verein mit einer kleinen Struktur und einem ehrenamtlichen Vorstand auch eine Herausforderung, die wir mit dem Kinder- und Jugendtheaterzentrum gemeinsam angehen. Alles Weitere ist natürlich zu finden unter: www.assitej.de; www.kjtz.de; www.augenblickmal.de und www.jugendtheater.net. Außerdem www.buendnisse-fuer-bildung.de

Meike Fechner, geboren 1977, hat Kulturwissenschaft und Englisch in Tübingen, Oslo und Frankfurt am Main studiert. Sie hat beim Goethe-Institut e.V. in München und Prag die Ausbildung für Nachwuchsführungskräfte absolviert und anschließend die Sprachabteilung des Goethe-Institutes in Bratislava geleitet. Seit 2007 ist sie Geschäftsführerin der ASSITEJ Deutschland e.V sowie des Kinder- und Jugendtheaterzentrums in der Bundesrepublik Deutschland.